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Update Project Togo

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von Vanessa Hillebrand
am 07.10.2021


Vor rund einem Jahr haben wir euch das Project Togo, das wir im Rahmen unserer Klimaneutralität unterstützen, zum ersten Mal vorgestellt. Im heutigen Beitrag möchten wir euch gerne ein Update über die Entwicklungen rund um das Project Togo geben und zwei Projekte näher vorstellen – denn in den vergangenen Monaten ist dort einiges passiert.

Müll-Recycling-Projekt

In Kooperation mit der Technischen Hochschule Trier werden Recycling-Lösungen für den Plastikmüll entwickelt.

Müll ist ein weltweites Problem, doch gerade in Schwellen- und Entwicklungsländer ist das Problem noch stärker verbreitet. Hier werden häufig weniger als 50 Prozent der Abfälle eingesammelt, in ländlichen Regionen oft noch deutlich weniger, da die Infrastruktur zur richtigen Entsorgung fehlt.

Auch in der Projektregion Togo ist die Müllentsorgung eine erhebliche Herausforderung. In einigen Städten ist zwar ein Müllsammelsystem mit kleinen Lastenrädern vorhanden, mithilfe derer der Müll von Restaurants, Hotels und Privathaushalten eingesammelt und zu einer zentralen Sammelstelle gebracht wird, doch fehlt es hier häufig an der Sensibilisierung der Menschen im richtigen Umgang mit Müll.

Um diesem Problem entgegenzuwirken, soll gemeinsam mit der Technischen Hochschule Trier eine Kreislaufwirtschaft geschaffen werden, indem entstandene Abfälle zentral gesammelt und als sekundäre Reststoffe nutzbar gemacht werden.

Dazu wird im ersten Schritt erhoben, welche Art von Plastikmüll in welchen Mengen entsteht, um im zweiten Schritt zu prüfen, ob hieraus neue, sinnvoll einsetzbare Kunststoffprodukte produziert werden können. Anhand dieser Daten liegt es an den Studenten, geeignete Verfahren und Geräte zu entwickeln, um den Müll auf die gewünschte Art zu recyceln. Und genau an dieser Stelle befindet sich das Projekt gerade. Zu Beginn wurden die circa 150 teilnehmenden Haushalten über das Thema Müll und die Idee des Projekts aufgeklärt und ihre Abfälle anschließend drei Monate lang gesammelt, dokumentiert und fotografiert. Zusätzlich wurde das Einkaufsverhalten und der Umgang mit der Müllentsorgung festgehalten. Im Anschluss wurde der Müll ordnungsgemäß entsorgt. Diese Daten wurden den Studenten zur Verfügung gestellt, die diese nun analysieren und auswerten. Hieraus werden Ideen und Verfahren zur Weiterverarbeitung des Mülls entwickelt. Die entwickelten Lösungen werden dann in der 3. Projektphase vor Ort umgesetzt.

Neben Lösungen zum Recyceln des Mülls sollen die Menschen vor Ort mithilfe von Aufklärungsmappen auf eine ordnungsgemäße Entsorgung sensibilisiert werden.

Maismühle für Abouzokopé

Die meisten Familien in Togo betreiben Subsistenzwirtschaft, d.h. sie bauen ihre Grundnahrungsmittel zur weitestgehenden Eigenversorgung selbst an. Dazu werden häufig kleine Felder bewirtschaftet. Besitzen die Familien kein Land, wird Mais auch am Straßenrand, auf Brachflächen oder in kleinen Waldstücken angebaut. Geerntet wird immer nur so viel, wie benötigt wird. Mit den getrockneten und vom Maiskolben getrennten Maiskörnen führt der Weg zur Maismühle, in der der Mais in Lohnarbeit vom Müller gemahlen wird. Doch nicht in jedem Dorf ist eine Maismühle vorhanden und so müssen die Frauen oft weite Wege in Nachbardörfer zurücklegen.

In Abouzokopé, eines der Projektdörfer, gab es bis zum letzten Jahr eine eigene Mühle. Nach dem Tod des Müllers sind allerdings die Kinder mitsamt der Mühle nach Ghana gezogen, da sich dort ein dreifach so hoher Preis für das gemahlene Kilogramm Mais erzielen lässt. Die nächste Maismühle ist von Abouzokopé 4km entfernt.

Nach einigen Diskussionen, an welchem Platz die Mühle stehen und aus welchem Material sie gebaut werden soll, konnte sie schließlich errichtet werden. Doch der Bau ist die eine Seite, der dauerhafte Betrieb hingegen die andere. Um diesen fortan sicherzustellen, wird die Maismühle in dörflicher Selbstverwaltung betrieben. Konkret bedeutet dies, dass jedes der vier Quartiere jeweils im wöchentlichen Wechsel den Müller stellt. Die Wocheneinnahmen kommen jeweils zur Hälfte dem Quartier zugute, die andere Hälfte wird als Rücklage für Treibstoff und Reparaturarbeiten in die Dorfkasse eingezahlt.

Gerade in der Anfangszeit steht das Team von natureOffice unterstützend zur Seite und kümmert sich um die Bedienungs- und Sicherheitseinweisung sowie den Umgang mit Treibstoff.

„Ich habe gelernt, dass der Weg des Fortschritts weder kurz noch unbeschwerlich ist.“
Marie Curie

Klimaneutral